Sonntagsspaziergang der Bürgerinitiative „ Pro Altenlingener Forst“ 06. August 2017

Pressemitteilung

Bei Sonnenschein fanden sich etwa zwanzig Interessierte am vergangenen Sonntag zu dem angekündigten Spaziergang durch den Altenlingener Forst ein. Die Bürgerinitiative setzt  sich seit Jahren für den Erhalt dieses  Waldes ein und vor Ort sollte sein jetziger Zustand betrachtet sowie ein Ausblick hinsichtlich zukünftiger Entwicklungen gegeben werden.

Vom Treffpunkt  „Wertstoffhof am Schwarzen Weg“  aus ging es in Richtung der Straße „Im Brooke“ vorbei an Ausgleichsflächen, die 2006 und Anfang 2017 seitens der Stadt Lingen neu mit Eichen und Buchen aufgeforstet wurden. Hier erläuterte der begleitende Forstbeamte die Methodik der Aufforstung. Auch wurde dort an den verschiedenen Wachstumsstufen deutlich, dass es in Abhängigkeit von den Baumarten mindestens ein bis zwei Generationen (25-50 Jahre) dauert, bevor man von einem Wald sprechen kann. In diesem Zusammenhang wurde auf die z.Zt. stattfindenden Forstarbeiten  und die sich anschließende Wiederbepflanzung im Altenlingener Forst mit Laubbäumen und Douglasien hingewiesen.

Weiter ging es über die Straße „Im Brooke“ durch überwachsene Wege zu der jüngst entkusselten Ausgleichsfäche zur Schaffung eines Ersatzhabitats für die beiden Vogelarten „ Heidelerche“ und  „Ziegenmelker“, die sich auf der von der BP erworben Fläche angesiedelt hatten. Im ersten Moment ein erschreckender Anblick, der an Manövergelände erinnert. Gerhard Schultz (BI-  sowie BUND-  Mitglied) erläuterte anhand von Angaben der Unteren Naturschutzbehörde Lingen den genauen Hintergrund für diese Maßnahme, die durchgeführten Rodungs- und Mulcharbeiten sowie den Vogelbesatz  heute. In der Brutsaison 2017 konnten beide Vogelarten in diesem Gebiet leider noch nicht nachgewiesen werden.

Durch jungen Kiefernbestand führte der Weg weiter zu der von der BI lange umfochtenen gerodeten Waldfläche, die Ende 2015 von der BP als Baugelände von der Stadt Lingen erworben wurde. Dort informierte Herr Schulte,  Projektverantwortlicher  der BP, anhand von Zeichnungen über den gegenwärtigen Stand der geplanten Bauvorhaben. Der  Baubeginn soll noch in diesem Jahr erfolgen. Bereits Ende 2018 sollten der geplante Büro- und der Feuerwehrtrakt bezugsfertig sein, Ende 2019 die Werkstätten und das Labor.

Da die Zeit schon fortgeschritten war und drohende Wolken aufzogen, wurde auf die Fortsetzung des Rundganges entlang der Bahngleise verzichtet und es ging auf dem selben Weg zum Ausgangspunkt zurück.

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In Memoriam

am 1.August 2017 verstarb plötzlich und unerwartet unser Mitstreiter und Förderer

Herr Joachim Reul

Über die Jahre seit unserer Gründung 2009 trat Herr Reul immer wieder mit Wort und Schrift im Ortrat Altenlingen, bei den „Bürgernahen“ sowie mit Leserbriefen für den Erhalt des Altenlingener Forstes ein, dessen  Erhalt  ihm eine Herzensangelegenheit war.

Die Bürgerinitiative ist dankbar für diese langjährige Unterstützung und wird ihn in ehrendem Gedenken halten!

Unsere Mitgefühl gilt seiner Gattin sowie seiner Tochter und Familie.

Fällaktion in Wachendorf

Ein Kommentar von Bernd M. zur Fällaktion in Wachendorf:

Baumfällarbeiten in Wachendorf!
Wie Ortsbürgermeister Koop mitteilt, werden auf Veranlassung der Stadt Lingen (Ems) ab dem morgigen Mittwoch Gehölzfällarbeiten in Wachendorf durchgeführt werden. Diese Arbeiten finden innerhalb einer Waldfläche unmittelbar nördlich des Naturschutzgebietes statt.Die Fläche soll zu einer Heidelandschaft / Sandmagerrasen entwickelt werden und dient als Ausgleichsmaßnahme im Zusammenhang mit der Herrichtung und Bebauung einer Teilfläche (durch die BP) im B-Plan Nr. 20 „Logistikzentrum an der Raffinerie – südliche Erweiterung“, zum anderen dient die Maßnahme als Ersatzfläche für Eingriffe durch vorgenannten B-Plan. Das anfallende Stammholz wird verwertet und das anfallende Kopfholz wird geschreddert und abgefahren

Vielleicht müsste darüber mal in der Tagespost berichtet werden. 11 ha abforsten zum Naturschutz! Ein Unding.

Inzwischen wurde ausführlich in der LT berichtet. Über das Vernichten von Wald zur Durchführung von Ausgleichsmaßnahmen läßt sich trefflich streiten.

Als Gleichung lautet das folgendermaßen:

Waldverlust in Altenlingen + Waldverlust in Wachendorf =
Heide & Magerrasengewinn in Wachendorf

Geht diese Gleichung auf???

Ja die Gleichung geht auf wenn man Wertigkeitsfaktoren den verschiedenen Flächen zuordnet! Warum wird so etwas derbreiten Öffentlichkeit nicht vernünftig kommuniziert.

Teilaufhebung des B-Planes 20

Am 25.Jan. 2017 beschloss der Rat der Stadt Lingen die Teilaufhebung des B-Plan 20 im Altenlingener Forst.

Hierzu der Link zum LT Artikel vom 27.Jan.2017

http://www.noz.de/lokales/lingen/artikel/841070/einstimmigkeit-im-rat-beim-altenlingener-forst

Genaueres ist der Ratsvorlage zu entnehmen:

vorlage
anlage-1
anlage-2
anlage-3

In der Anlage 3 wird weitschweifig darauf eingegangen warum die Forderungen der BI Pro Altenlingener Forst e.V. auf Änderung des Flächennutzungsplanes und Streichen des GVZ nicht so einfach durchgeführt werden können. Jeder Bürger mag sich seinen Reim daraus machen. Nach jahrelanger Erfahrung mit Verwaltung und Politik galt im Emsland doch immer: Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg!

Anzumerken ist noch, dass die Verwaltung beabsichtigt in der 2009 gerodeten Schneise zur Erschließung des südlichen Waldgebietes eine naturschutzrechtliche Ausgleichsmassnahme durchzuführen beabsichtigt, was in Praxis einem Schutz dieses Bereiches bedeuten würde.
Hier soll ein Rückzugsgebiet für die „Heidelerche“ angelegt werden.
So weit so gut oder anders formuliert: Laßt uns hoffen, dass die Heidelerche dort heimisch wird.
Denn da für die Ansiedlung das Gelände entkusselt werden muß, wird mit dieser Maßnahme auch die 2009 angelegte Strassentrasse freigehalten.

Zu dem obigen LT Artikel eine kurze Anmerkung:
Bereits nach der Zustimmung des Planungs- und Bauausschusses am 18.Jan. 2017 veröffentlichte die LT einen Artikel zu dem Thema. Allerdings war eine falsche Abbildung gewählt worden (zurückgezogener B-Plan 22 (Entwurf)). Auch wurde im Text bzgl. der geplanten Entlastungsstrasse auf den B-Plan 22 verwiesen. Richtigerweise muss dies B-Plan 19 heißen. D.h. nur die Abbildung vom 27. Jan. ist korrekt.
bild-teilaufhebung
B-Plan 20 nach Teilaufhebung

Erstaunlich, dass dieser offensichtliche Fehler weder von der Verwaltung noch den politisch verantwortlichen Entscheidern moniert wurde!!

Zum Thema B-Plan 19 (Entlastungsstrasse) muss von Seiten der BI Pro Altenlingener Forst e.V. festgestellt werden, dass der OB und die Verwaltung zwar sagen „die Straße kommt nicht!“ aber nicht bereit sind, diesen B-Plan 19 zurückzuziehen.
Berücksichtigt man realistischerweise die Intentionen, Bestrebungen und Pläne des Landkreises, den Ausbau des Dortmund-Ems Kanals voranzutreiben, so muss leider damit gerechnet werden, dass im Zuge der Kanalbrückenerneuerung mit der „Entlastungsstraße“ zu rechnen ist, mit all den damit verbundenen Belastungen der Bewohner des nördlichen Altenlingens. Zwar nicht morgen, aber spätestens in der zweiten Hälfte der 2020 iger muss der kritische Altenlingener Bürger mit dieser negativen Entwicklung der Lebensqualität in seinem Quartier rechnen.

 

Stadt Lingen wird von BI anwaltlich gerügt

Nachdem alle Gespräche und Bemühungen zur nachhaltigen Sicherung des Restwaldes zwischen „Waldstr.“, „Hohenpfortenweg“, Bahn und Straße „Im Brooke“ ,wie im vorherigen Blog dargelegt, fruchtlos verlaufen sind,  hat die „BI Pro Altenlingener Forst e.V.“ der Stadt Lingen durch Ihren Fachanwalt eine offizielle Rüge übermittelt.

Rüge_Glock 17-08-2016

Sinn dieser Rüge ist es, die Ernsthaftigkeit der BI zu unterstreichen, im Zweifelsfalle erneut den Weg einer Normenkontrollklage zu beschreiten, da eine nachhaltige Sicherung des Waldes gemäß der Protokolles des Treffens zwischen Vertretern der Stadt Lingen, BP Raffinerie und der BI  am 21.Dez. 2015 bisher nicht erkennbar ist.

Die Aussagen der CDU hierzu entsprechen nicht der juristischen Realität.

Vor einer evtl. Klage soll so der Stadt Lingen und den maßgeblichen politischen Akteuren noch einmal die Gelegenheit gegeben werden, die in Frage stehenden Gebiete endgültig planerisch als Wald festzulegen und die Streichung des Güterverkehrszentrum (GVZ) aus allen relevanten Planungen zeitnah in die Wege zu leiten.

Ist der Altenlingener Forst wirklich sicher??

Liebe Freunde des Altenlingener Forst,

Von Seiten der Verwaltung und der CDU hören wir immer wieder, dass der Erhalt des des Rest-Waldes zwischen „Waldstr.“, „Hohenpfortenweg“,  „Bahngleise“ und „Im Brooke“ durch die z.Z. im Verfahren befindliche Änderung des B-Planes 20 gesichert sei.
Ist dem wirklich so??

Die von der Verwaltung protokollierte Zusage des OB vom 21.Dez. 2016, dass der Restwald „endgültig als Waldflächen festgelegt“ werde, wird laut Anwalt Glock mit dem geplanten Änderungsverfahren nicht erreicht!

Finden Sie hier den ganzen Schriftsatz des uns beratenden Fachanwaltes Glock:

Glock bzgl. Planungssicherheit 10.05.2016

Diese Stellungnahme haben wir der Verwaltung sowie allen Ratsfraktionen zukommen lassen.

In einem Gespräch konnte OB Krone unsere Einwände / Sorgen / Befürchtungen nicht nachvollziehen. Eine Änderung des Flächennutzungsplanes wird weiterhin als „nicht nötig“ angesehen. Warum? —- Keine Erklärung!

Von den Ratsfraktionen gab es keinerlei Reaktionen.

Im Kommunalwahlkampf rühmt sich die CDU (LT 18.Aug. 2016): „Wir haben unser Wort gehalten, als wir 2011 gesagt haben, dass mehr Wald nicht wegkommt, …..“.

Warum dann nicht diese Flächen in den relevanten Planungen als „Wald“ festlegen??

Vertrauen ist eine Sache, Planungssicherheit erreicht man aber nur durch planerische Festlegungen. So ist das in unserer Bundesrepublik!