10 Jahre „Bürgerinitiative Pro Altenlingener Forst“

Pressemitteiliung an den LT vom13. Febr. 2009

Im Januar 2009 wurden Pläne der Stadt Lingen bekannt, Teile des Altenlingener Forstes in ein Industrie- / Gewerbegebiet umzuwandeln. Spontan fanden sich daraufhin am 31. Januar zahlreiche Bürger aus den benachbarten Stadtgebieten Heukampstannen und Altenliegen an einem Sonntagnachmittag zu einem Protest am Hohenpfortenweg zusammen. Nach einer Führung durch den damals noch relativ unberührten Altholzbestand traf man sich im Bürgerhaus Heukampstannen und diskutierte die Möglichkeiten wie die Pläne von Verwaltung und Rat zu beeinflussen bzw. zu verhindern seien. Im Anschluss an das Treffen gründeten sich die „Bürgerinitiative Pro Altenlingener Forst“ (BI). Es folgten mit großer Beteiligung betroffener Bürger weitere Waldspaziergänge, Gespräche mit den Verantwortlichen, Teilnahme an dem Rosenmontagsumzug sowie weitere Aktionen (Infostände auf dem Markt, Fahrraddemo, Vernissage im Forst etc.), um das Bewusstsein der breiten Öffentlichkeit zu wecken. Letztendlich setzte sich Rat und Verwaltung über alle Einwände hinweg und beschloss den Bebauungsplan 20, in dessen Folge auf einem Teilstück des überplanten Waldes unter Polizeischutz blitzschnell die Bäume trotz Bürgerprotest gefällt wurden. Da alle Proteste verhallten, wurden von engagierten Bürgern mit finanzieller Unterstützung der BI die Verwaltungsgerichte bemüht und letztendlich Normenkontrollklagen gegen die Bebauungspläne 19 („Entlastungsstraße“) und 20 beim Oberverwaltungsgericht eingereicht. Ende 2012 entschied das OVG und erklärte den B-Plan 20 für nichtig auf Grund formeller Fehler aber auch wegen  grober inhaltlicher Mängel z. B. bei den Ersatz- / Ausgleichsmaßnahmen. Anschließend gab es immer wieder Gespräche zwischen BI und der inzwischen gewechselten Verwaltungsführung.

Nach einigen Jahren des Stillstandes äußerte die BP den Wunsch auf der 2009 gerodeten  Fläche ein von der Produktion räumlich getrenntes Verwaltungsgebäude zu errichten. Die Stadtverwaltung beabsichtigte  daraufhin, als Kompromiss, die Pläne so zu ändern, dass der Restwald bis auf einen Streifen entlang der Bahn für ein mögliches weites Langzuggleis  aus dem Bebauungsplan herausgelöst würde. Innerhalb der BI wurden diese Pläne heftig diskutiert und schließlich zähneknirschend Zustimmung signalisiert, unter der Voraussetzung, dass auch der Flächennutzungsplan entsprechend geändert wird. Obwohl das Letztere bis heute nicht geschehen ist verzichtete die BI auf eine erneute Normenkontrollklage in der Hoffnung, dass  kein weiterer Wald gerodet wird, wohl wissend, dass sie nur die mündlichen Zusagen von Mehrheitsfraktion und OB Krone für den Erhalt des Restwaldes hat, was Juristen allerdings als wertlos ansehen.

So sieht sich die BI heute nach 10 Jahren als Beobachter und Hüter dieses „Burgfriedens“ im Altenlingener Forst. Die Mitglieder treffen sich weiterhin jeden zweiten Dienstag im Monat um zukünftigen, evtl. negativen Entwicklungen rechtzeitig entgegenwirken zu können und beobachten das weitere Geschehen in Altenlingener Forst (Forstmaßnahmen, Wegezustand, etc.).  Der Erhalt des noch stehenden Waldes ist unser Anliegen.

Interessierte Mitbürger sind herzlich zu diesen Treffen eingeladen. Weitere Informationen sind unter „  http://www.Proaltenlingenerforst.wordpress.com“ zu finden.

Veröffentlicht wurde am 16.Febr.2019 im LT bedauerlicherweise nur eine sehr stark gekürzte und „dekontaminierte“ Version:

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Sonntagsspaziergang der Bürgerinitiative „ Pro Altenlingener Forst“ 06. August 2017

Pressemitteilung

Bei Sonnenschein fanden sich etwa zwanzig Interessierte am vergangenen Sonntag zu dem angekündigten Spaziergang durch den Altenlingener Forst ein. Die Bürgerinitiative setzt  sich seit Jahren für den Erhalt dieses  Waldes ein und vor Ort sollte sein jetziger Zustand betrachtet sowie ein Ausblick hinsichtlich zukünftiger Entwicklungen gegeben werden.

Vom Treffpunkt  „Wertstoffhof am Schwarzen Weg“  aus ging es in Richtung der Straße „Im Brooke“ vorbei an Ausgleichsflächen, die 2006 und Anfang 2017 seitens der Stadt Lingen neu mit Eichen und Buchen aufgeforstet wurden. Hier erläuterte der begleitende Forstbeamte die Methodik der Aufforstung. Auch wurde dort an den verschiedenen Wachstumsstufen deutlich, dass es in Abhängigkeit von den Baumarten mindestens ein bis zwei Generationen (25-50 Jahre) dauert, bevor man von einem Wald sprechen kann. In diesem Zusammenhang wurde auf die z.Zt. stattfindenden Forstarbeiten  und die sich anschließende Wiederbepflanzung im Altenlingener Forst mit Laubbäumen und Douglasien hingewiesen.

Weiter ging es über die Straße „Im Brooke“ durch überwachsene Wege zu der jüngst entkusselten Ausgleichsfäche zur Schaffung eines Ersatzhabitats für die beiden Vogelarten „ Heidelerche“ und  „Ziegenmelker“, die sich auf der von der BP erworben Fläche angesiedelt hatten. Im ersten Moment ein erschreckender Anblick, der an Manövergelände erinnert. Gerhard Schultz (BI-  sowie BUND-  Mitglied) erläuterte anhand von Angaben der Unteren Naturschutzbehörde Lingen den genauen Hintergrund für diese Maßnahme, die durchgeführten Rodungs- und Mulcharbeiten sowie den Vogelbesatz  heute. In der Brutsaison 2017 konnten beide Vogelarten in diesem Gebiet leider noch nicht nachgewiesen werden.

Durch jungen Kiefernbestand führte der Weg weiter zu der von der BI lange umfochtenen gerodeten Waldfläche, die Ende 2015 von der BP als Baugelände von der Stadt Lingen erworben wurde. Dort informierte Herr Schulte,  Projektverantwortlicher  der BP, anhand von Zeichnungen über den gegenwärtigen Stand der geplanten Bauvorhaben. Der  Baubeginn soll noch in diesem Jahr erfolgen. Bereits Ende 2018 sollten der geplante Büro- und der Feuerwehrtrakt bezugsfertig sein, Ende 2019 die Werkstätten und das Labor.

Da die Zeit schon fortgeschritten war und drohende Wolken aufzogen, wurde auf die Fortsetzung des Rundganges entlang der Bahngleise verzichtet und es ging auf dem selben Weg zum Ausgangspunkt zurück.

Sonntagsspaziergang mit der Bürgerinitiative „Pro Altenlingener Forst“

 

Die „Bürgerinitiative Pro Altenlingener Forst e.V.“ lädt alle Interessierten für
Sonntag 6. August 2017
wieder zu einem Sonntagsspaziergang ein.

Treffpunkt ist der Eingang zum Wertstoffhof „Schwarzer Weg“, 14:30!


Mit Unterstützung der Unteren Naturschutzbehörde und des BUND, der Landesforsten und der BP Raffinerie sollen die Entwicklungen der letzten Jahre sowie der Zustand des Altenlingener Forstes vor Ort begutachtet und ein Ausblick für die nächsten Jahre gegeben werden.

Wegen der teilweise sehr überwachsenen und unebenen Wege ist geeignetes Schuhwerk und Kleidung angeraten.

Pressemitteilung der BI vom 16. Nov. 2015 im Original

Pressebericht der BI zum LT Artikel vom Do. 12.11.2015

Die BP Emsland wurde 1952 in Betrieb genommen.  Heukamps Tannen, Altenlingen oder Biene/Holthausen leben seit Inbetriebnahme der Raffinerie im einem gut nachbarschaftlichen Verhältnis, obwohl immer wieder Belastungen auftraten. Technische Weiterentwicklungen wurden durchgeführt und reduzierten die Umweltbelastungen. Auch in schwierigeren Zeiten konnte sich die Raffinerie auf die Gemeinschaft verlassen, Land, Kommunen, Bürger und die Mitarbeiter, und das ist gut so.

In den letzten 10 Jahren hat die BP Emsland neben dem  bestehenden Logistikzentrum, das in  ihrem Besitz ist, ihr Gelände um 1/3 in Richtung Schutzwald und Wohnbebauung vergrößert, sodass wir uns sehr sorgen, wenn BP Emsland weitere Waldflächen aus dem Schutzwald für seine Betriebs-erweiterung in Anspruch nehmen will.

Die Stadt Lingen hat nunmehr der BP Emsland zusätzlich ein Waldgebiet mit einer Fläche von ca. 6 ha sowie Gelände für eine Erweiterung der Gleisanlagen zur Ermöglichung von Langzügen sowie ein weiteres Rangiergleis zum Kauf angeboten.  Dieses geht aus den Beschlussvorlagen, die am 19.11. im Planungs- und Bauausschuss und am 26.11. 2015 im Rat beschlossen werden sollen hervor

Im Auftrag der Raffinerie hat die Grundstücks- und Erschließungsgesellschaft der Stadt Lingen diese Waldareale gekauft und anschließend übertragen.

Das Waldgebiet zwischen Waldstraße und der Schienentrasse südlich des Logistikzentrums wurde der Stadt von der BP Emsland überlassen.

Geplante Ansiedlung von Industrie wurde von der Bürgerinitiativ Pro Altenlingener Forst durch den Beweis der Unrechtmäßigkeit des Bebauungs-planes 20 verhindert.

Während des laufenden Gerichtsverfahrens wurde eine Fläche von ca. 9 ha gerodet und Versorgungsinfrastruktur von angeblich 2 Mio. verbaut. Diese Summe dürfte von der Geldstellung der Raffinerie an die Stadt Lingen noch übrig gewesen sein.

Mit unverständlicher Eile soll im Rat der Stadt der ehemalige Bebauungsplan 20 mit überwiegend Industrieflächen, einem Verladebahnhof und einer durchgehenden Schienentrasse von 67 m Breite beschlossen werden. Dabei würde die gesamte Waldfläche verloren gehen und die Verkehrsbelastung auf der Waldstraße ins Unerträgliche gehen. Lärm und andere Immissionen sind zu erwarten.

Laut Aussage der Verwaltung ist der Beschluss des Bebauungsplanes 20 nur eine virtuelle Formalie, da Pläne existieren, nur eine kleine Fläche für neue Gebäude der Raffinerie und die bereits erwähnte Erweiterung des Schienenstranges zur Verfügung zu stellen. Dies soll durch eine spätere Änderung des Bebauungsplanes 20 erreicht werden. Dadurch blieben weite Areale des Waldes erhalten. Diese zukünftige Nutzung wurde im zurückgezogenen Entwurf des Bebauungsplanes 22 offiziell dargestellt.

Eine Umsetzung dieser Vorhaben wird von der Bürgerinitiative Pro Altenlingener Forst nur dann geduldet, wenn der verbliebene Wald durch Aufforstung und Festsetzung im Flächennutzungsplan langfristig gesichert wird und einem Güterverkehrszentrum  an dieser Stelle durch eine entsprechende

Festlegung in der angekündigten Bebauungsplanänderung des Bebauungsplanes  20 eine klare Absage erteilt wird.

Der derzeit zu beschließende Bebauungsplan 20 und der Nichtveräußerungsbeschluss bezüglich der verbliebenen Waldflächen für nur ein Jahr, lässt bedauerlicherweise für die Zukunft eine scheibchenweise Vermarktung der verbliebenen Waldflächen befürchten. Eine konkrete Aussage zur langfristigen und nachhaltigen Sicherung der verbliebenen Waldflächen ist nirgends zu finden.

Die Bürgerinitiative hofft immer noch, einen tragfähigen Kompromiss zur Verständigung mit der Stadt Lingen zu finden, damit in den umliegenden Quartieren eine entsprechende Lebensqualität erhalten bleibt.

Die Bürgerinitiative appelliert an die Einsicht der Verantwortlichen in Verwaltung und Politik, dass stadtnaher Wald einen Wert an sich darstellt und langfristig gesichert werden muss.

Ohne ein Umdenken können ähnliche Szenarien wie im Altenlingener Forst überall im Stadtgebiet und in den Ortsteilen entstehen.

Bezüglich Vertrauen:
Das Mantra mäßige Vortragen  „eine Flächenplannutzungsänderung zum Schutz des Waldes ist nicht nötig“, und die Aussage aus den Reihen der Mehrheitsfraktion „es fällt kein Baum mehr …(Pause)… solange kein Bedarf besteht“, erklärt sehr einfach das Misstrauen in das längerfristige Handeln von Verwaltung und Fraktion.

Wann wird endlich verstanden:

Der Mensch braucht den Wald, aber der Wald nicht den Menschen.

Wald

2008 war die Welt noch in Ordnung!
2015 Wo geht die Reise hin?????

 

 

Pressemitteilung in unangemessener Weise gekürzt

Am letzten Donnerstag, den 14.05.2009, berichtete die Lingener Tagespost über die Entscheidung des OVG Lüneburg zu unserem Eilantrag. Dabei wurden nicht nur die Äußerungen der BI-Vertreter zum Teil falsch und damit sinnentstellend zitiert, sondern auch unsere Pressemitteilung wurde in unangemessener Weise gekürzt. In dem nachfolgenden Abdruck unserer (Original-)Presseerklärung sind diese unterschlagenen Textteile fett markiert.

Auch am vergangenen Sonntag waren Lingener Bürgerinnen und Bürger einer Einladung der Bürgerinitiative „Pro-AltenlingenerForst“ gefolgt und hatten sich zu einem erneuten Sonntagstreff am Hohenpfortenweg an der abgeholzten Waldfläche eingefunden. Trotz Muttertag waren viele gekommen nicht nur um erneut ihren Protest zum Ausdruck zu bringen, sondern auch um einen Fachvortrag zum Thema „Kiefernwald abgeholzt – eine Sauerstoffbilanz“ zu hören. Doch leider musste der Vortrag wegen einer Erkrankung des Referenten kurzfristig abgesagt werden.
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